Elisengarten – Ein Streifzug durch die Jahrtausende

Von August 2008 bis Februar 2009 wurden am Elisengarten Ausgrabungen vorgenommen, an die Altertumsforscher große Hoffnungen knüpften. Andreas Schaub, Archäologe der Stadt Aachen, und Projektleiter Gary White sollten Licht in das Dunkel einer Zeit bringen, die bisher nur wenig erforscht wurde.
Sicht auf die Ausgrabungen im Elisengarten (c) Stadt Aachen

Die Wissenschaftler hofften, Antworten zu finden auf zahlreiche ungelöste und spannende Fragen zur Stadtgeschichte Aachens: „Als einzigartige Chance für Aachen“ bezeichnete Schaub die Ausgrabungen am Elisengarten. Denn solche großen, freien, über die Jahrhunderte hinweg unbebauten Flächen, über die man weiß, dass sie eine Fülle historischen Materials beherbergen, sind äußerst selten. Zudem sind Ursuliner- und Hartmannstraße, an die der Elisengarten grenzt, nicht nur die ältesten, urkundlich erwähnten Straßen der Kaiserstadt, sie sollen sogar schon in der Römerzeit vorhanden gewesen sein.

Zahlreiche offene Fragen konnten beantwortet werden
Tatsächlich wurden Belege dafür gefunden, dass sich die Menschen, die um 3000 v.Chr. am Lousberg Feuerstein abgebaut haben, im heutigen Zentrum von Aachen niedergelassen hatten. Außerdem weiß man jetzt mit hinreichender Sicherheit, dass die Stadt Aachen in merowingischer Zeit (400 bis 700 n.Chr.) durchgängig besiedelt worden ist. Die Römer hatten Aachen nicht nur als Badestätte genutzt, sondern Häuser bewohnt, die etwa 35 bis 50 Meter lang waren und an ihrer Vorderfront einen Laubengang mit Säulen umfassten. Ihre Grundmauern sind ebenfalls am Elisengarten entdeckt worden.

Mehr als 5.200 Besucher nahmen an Führungen teil
Die Ausgrabungsstätte war als temporäre Station des Projektes "Route Charlemagne" für die Öffentlichkeit während der gesamten Zeit durchgängig geöffnet. Darüber hinaus veranstaltete Stadtarchäologe Andreas Schaub über 60 Führungen, darunter viele Sonderführungen für Schulklassen. Insgesamt haben über 5.200 Besucher daran teilgenommen. Das Interesse der Menschen an ihrer Geschichte war überwältigend.

Archäologische Vitrine

Entwurf Archäologisches Fenster Elisengarten (c) Stadt Aachen
Archäologische Vitrine geplant
Politik und Verwaltung haben sich aufgrund des regen Interesses an den Ausgrabungen dazu entschlossen, ein 60 Quadratmeter großes Areal Bürgerinnen und Bürger als „archäologische Vitrine“, so der Arbeitstitel, für die Präsentation eines Teils der Fundstücke dauerhaft freizuhalten. Drei Büros wurden beauftragt, eine Lösung zu erarbeiten, die den Anforderungen nach guter Belichtung, ausreichender Belüftung und Frostunempfindlichkeit genügen.