Templergraben

Die staufische Stadtbefestigung – die sogenannte „Barbarossamauer“
Archäologisches Fenster Templergraben

Auf Veranlassung Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde im Jahr 1171 mit dem Bau der ersten Stadtmauer Aachens begonnen. Sie umschloss mit einer Länge von ca. 2.500 m ein Areal von rund 50 ha. Bei Breiten von 1,5 bis 2,5 m erreichte sie eine Höhe von 8 bis 10 m. Ein Teilstück der „Barbarossamauer“ ist an der östlichen Rückseite der Parzelle erhalten.

Der vorgelagerte Wehrgraben war bis zu 26,8 m breit und bis zu 8 m tief. Nachdem er mit Errichtung des jüngeren Mauerrings seine fortifikatorische Funktion eingebüßt hatte, blieb er zunächst weitgehend offen. Erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden auf dem mittlerweile verfüllten Graben zunehmend mehr Häuser errichtet. Die feldseitige Grabenböschung war durch eine vorgelegte Bruchsteinmauer zusätzlich gesichert. Die Mauer besteht aus einer in Kalkmörtel gesetzten, regelmäßigen Quaderschale aus Kohlesandstein vor einer Hinterfüllung aus Kalkmörtel und Bruchsteinbrocken.

Diese Grabenmauern werden in der Wehrarchitektur als Contrescarpe (Kontermauer) bezeichnet. Sie ermöglichten eine wesentlich steilere Grabenböschung als bei Gräben ohne Kontermauer. Zusätzlich schützten sie die Grabenwand vor Erosion. Dieses Element mittelalterlicher Wehrarchitektur ist im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit häufig anzutreffen. So besaß auch die jüngere, äußere Aachener Stadtbefestigung aus der Mitte des 13. Jahrhunderts eine aus Ziegeln errichtete Contrescarpe. Die Kontermauer der staufischen Befestigung zählt zu den frühen Vertretern und zeigt, dass Aachen in wehrtechnischer Sicht auf der Höhe der Zeit war.